YouTube hat am 16. Januar 2018 die Teilnahmevoraussetzungen für ihr Partnerprogramm (YPP) verschärft. Grund dafür sei die Sicherstellung des Umsatzes ihrer YouTube Nutzer. Was bedeutet das für die MusikerInnen konkret?

UPDATE, 01. Februar 2018 – Kanäle die von der neuen Hürde betroffen sind und aus der Monetarisierung fallen, können mithilfe der ContentID weiterhin Geld erwirtschaften. Normalerweise bietet das ein Musikvertrieb an (iMusician, iGroove, CD Baby, etc).

Mit dem YouTube Partnerprogramm (YPP) können YouTuber ihre Inhalte auf YouTube monetarisieren. Dabei verdienen sie Geld mit Werbeanzeigen, die in ihren Videos eingeblendet werden und wenn YouTube Red-Abonnenten sich ihre Inhalte ansehen.

In dem Creator Blog von YouTube beschreiben sie, dass derzeit das System von YouTube und deren Nutzer gefährdet ist. Bisher konnten YouTube User ihre Videos für Werbung freigeben, sobald 10’000 Views pro Channel erreicht wurden. Dies fällt nun weg, da die neue Mindestanforderung auf 1’000 Abonnenten und 4’000 Stunden Wiedergabezeit in den letzten 12 Monaten gestiegen ist.

 

Warum macht das YouTube?

Der Hauptgrund für einen solchen Schritt war die Sicherheit. Die jüngste Affäre mit YouTuber Paul Logan (filmte sich mit Suizid Toten in Japan) war da nur noch das i-Tüpfelchen. Werbetreibende haben nun mehr Sicherheit und können davon ausgehen, dass ihre Werbung vor seriösem Inhalt abgespielt wird.

Bisher wurde der Umsatz auf alle Channels, welche dem YPP (YouTube Partnerprogramm) angehörten verteilt. Da es sehr viele Channels gibt, die extrem wenige Abonnenten und Aktivität vorweisen können, war der Umsatz dementsprechend klein und unattraktiv für solche (99% verdienten unter 100 Dollar pro Jahr).

Though these changes will affect a significant number of channels, 99% of those affected were making less than $100 per year in the last year, with 90% earning less than $2.50 in the last month.

MusikerInnen welche bereits Teil des YouTube Partnerprogramms waren, haben nun bis zum 20. Februar 2018 Zeit, den neuen Anforderungen zu entsprechen. Neue Channels müssen sich komplett neu bewerben um ihren Kanal zu monetarisieren.

On February 20th, 2018, we’ll also implement this threshold across existing channels on the platform, to allow for a 30 day grace period. On that date, channels with fewer than 1,000 subs or 4,000 watch hours will no longer be able to earn money on YouTube. When they reach 1,000 subs and 4,000 watch hours they will be automatically re-evaluated under strict criteria to ensure they comply with our policies.

Wie weiter?

Fakt ist, dass Indie Artists ihre Channels kaum mehr monetarisieren  können, da sie schlichtweg den Anforderungen nicht gerecht werden können. In der Creator Academy von YouTube gibt es jedoch Tipps und Tricks, wie man spannenden Content für die Community posten kann. Da die meisten MusikerInnen jedoch keine Vlogs (Video Blogs) oder ähnliches führen, fehlt es vermutlich an ausreichend spannendem Inhalt.

Natürlich kann jeder Artist YouTube weiterhin für seine Videoclips nutzen und weiterhin pushen. Es gibt auch Alternativen zu YouTube wie zum Beispiel Vimeo.